Jugendarbeit und Bildung?

Jugendarbeit ist Bildungsarbeit

In vielen Zusammenhängen wird das Wort Bildung benutzt. Es kann aber eine sehr unterschiedliche Bedeutung haben. Für die Jugendpflege ist außerschulische Jugendbildung das Arrangieren und Initiieren von Bildungsprozessen, also das Herstellen von Situationen, in denen sich Kinder und Jugendliche selbst und die entsprechende Gruppe erleben und kennenlernen, eine eigene Meinung bilden und Erfahrungen machen können, die ihnen in ihrer aktuellen Lebenssituation und im weiteren Leben nützlich sind. Dazu ist es wichtig, dass das Erlebte ins Bewusstsein gelangt. Grundlegendes Kriterium der außerschulischen Bildung ist die Freiwilligkeit. Alle Kinder und Jugendlichen können an den Angeboten teilnehmen, entscheiden dies aber selbst. Das bedeutet auch, dass wir davon ausgehen, dass Kinder und Jugendlichen dies können und davon überzeugt sind, dass sie nicht nur selbstständig werden müssen, sondern auch schon selbstständig Entscheidungen treffen können. In unseren Angeboten finden alle Jugendlichen die Möglichkeit, sich selbst und die eigenen Wünsche und Bedürfnisse einzubringen und die Aktionen und die Jugendpflege an sich mitzugestalten. Selbstständigkeit und gesellschaftliche Mitverantwortung übernehmen ist erst dann möglich, wenn beides genügend ausprobiert werden konnte, am besten in einem geschützen Rahmen, in dem Konsequenzen gespürt und getragen werden müssen, aber nicht dramatisch ausufern können. Die Jugendtreffs in den Gemeinden bieten diesen Rahmen der Mitbestimmung, der Persönlichkeitsenwicklung und Erprobung des Erwachsenseins.
Partizipation oder Beteiligung ist das Recht eines jeden Menschen und damit auch das Recht von Kindern und Jugendlichen. Alle Belange, die Kinder und Jugendliche interessieren, müssen für sie verständlich und einsehbar sein. Egal ob es dabei um die Gestaltung kindlich-jugendlicher Räume, die Bestimmung des Namens des Jugendtreffs oder um große Projekte wie die Neugestaltung von Ortskernen geht. Kinder und Jugendliche sind Bürger der Verbandsgemeinde und müssen mit ihren Empfindungen und Bedürfnissen ernst genommen werden. Ziel der Jugendpfleger der Verbandsgemeinde ist es, Strukturen zu schaffen, in denen die gesellschaftliche und politische Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen in der Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach möglich ist und selbstverständlich wird.
Die Jugendpflege möchte nicht nur in den Jugendtreffs und während der Aktionen ansprechbar für Jugendliche sein und durch die mitwirkenden Personen Ansprechpartner sein. Wenn Jugendlichen der Mut oder das Selbstbewusstsein fehlt, an gesellschaftlichen Entscheidungen teilzuhaben, oder aber gar das Wissen darum nicht vorhanden ist, möchte die Jugendpflege anwaltschaftlich für die jungen Menschen einspringen und sie für ihre Belange vertreten. Sei es durch das Schaffen von Strukturen, die es unseren Heranwachsenden erleichtert, sich zu beteiligen oder durch den Einsatz an der Seite der Jugendlichen, wenn es etwas zu erstreiten gilt.
JuPf VG Ransbach-Baumbach, dass bedeutet auch Freizeit verbringen, Chillen, Spaß haben, auf Freizeiten fahren und Freizeitaktionen machen zu können, die ohne die Unterstützung der Jugendpflege nicht möglich wären. Prinzipiell werden alle Veranstaltungen der Jugendpflege (auch die Jugendtreffs) in der Freizeit aufgesucht. Deshalb ist es immer unser Ziel, Angebote zu machen, die Spaß machen. Und genau deshalb ist auch jeder eingeladen, Kritik an unserer Arbeit zu üben. Wir freuen uns über Lob, aber auch über Verbesserungsvorschläge und Ideen!